Kein Spediteur entscheidet sich bewusst dafür, mit kriminellen Organisationen zusammenzuarbeiten. Die meisten haben ihre Due Diligence gut im Griff. Doch oft ist es genau dieser eine Moment der Eile, in dem alles schiefgeht.
An einem Freitagnachmittag wird kurzfristig eine Rückfracht angeboten. Der Fahrer kann gerade noch innerhalb seiner Lenkzeiten laden, die Dokumente scheinen in Ordnung und der Anbieter wirkt online zuverlässig. Kein Problem, oder? Bis sich herausstellt, dass die Unterlagen zuvor durch Betrug entwendet wurden und der Kriminelle sich digital als seriöser Spediteur ausgegeben hat. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass nur ein einzelner Buchstabe in der E Mail Adresse fehlte…
Die neue Realität in der Logistik
Kriminelle nutzen zunehmend seriöse Spediteure oder deren Subunternehmer als unwissentliche Zwischenperson. Sie reagieren auf Transportaufträge mit falschen Identitäten, organisieren die Tour und ändern unterwegs oder im letzten Moment die Lieferadresse. Während des Transports leeren sie den Trailer und der Spediteur bleibt auf dem Schaden sitzen.
In manchen Fällen belaufen sich die Verluste auf Millionenbeträge. Die Annahme, dass Versicherungen dies immer abdecken, ist falsch. Nationale und internationale CMR Bedingungen bieten nur begrenzten Schutz, was Spediteure finanziell belastet und sogar die Unternehmensfortführung gefährden kann.